Darmtherapie

Eine Fehlbesiedelung des Darmes (Dysbiose) findet man sehr häufig. Aber im Darm findet man nicht nur die falschen Bakterien, sondern auch eine deutliche Abnahme der Vielfalt an unterschiedlichen Arten. Dies wird allgemein als Folge unseres Lebensstils mit Stress, falscher und ballaststoffarmer Ernährung, künstliche Zusatzstoffen, Medikamenteneinnahmen und Umweltschadstoffen angesehen. Des Weiteren gibt es noch eine erbliche Komponente. Eine Fehlbesiedelung des Darmes wird mit einer Vielzahl von Erkrankungen in Verbindung gebracht. Es ist ein sehr dynamisches Forschungsfeld mit ständig neuen Erkenntnissen. Besonders hervorzuheben ist die Verbindung zwischen einer veränderten Darmmikrobiota und Immunstörungen wie Allergien oder Autoimmunerkrankungen. Der Darm wird vom Immunsystem besonders überwacht, hier reift auch ein Großteil des Immunsystems heran, so ist es nicht verwunderlich, dass Dysbiosen im Darmbereich auch zu abnormen Immunreaktionen führen können. Aber auch auf anderen Gebieten wie neurologischen- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen findet man immer mehr Verbindungen zu Veränderungen der Darmflora.

Die Diagnostik in Bezug auf die Darmfunktion und des Darmmilieus hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Dies führt auch zu einer immer besseren und zielgerichteteren Therapie, bestehend aus Lebensstil- und Ernährungsinterventionen, Milieusanierung, Symbioselenkung und Darmschleimhautregeneration. Einer Schrankenstörung des Darmepithels mit übermäßiger Translokation von Bakterienbestandteilen, Toxinen und Antigenen ins Darmgewebe sollte entgegengewirkt werden. Die Wiederherstellung der Darmgesundheit stellt einen wichtigen Therapiebaustein in der Praxis dar.